Roland Bachofer

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Kanuwandern

 

Im Sommer 1998 wagte ich zusammen mit meinem Gymnasium-Studienkollege Stefan K., eine 10-tägige Kanu-Tour in Schwedisch Lappland. Er schwärmte schon länger davon und überredete mich schlussendlich dazu, mitzukommen, denn allein geht das nicht – schliesslich war man da völlig auf sich gestellt, mitten in der Wildnis Lapplands.

Klar – Wildnis klingt etwas wild, nicht ganz vergleichbar mit z.B. Alaska, aber trotzdem – die «Zivilisation» ist nicht gerade um die Ecke und wenn was passiert, findet dich auch dort so schnell keiner…

Im Kanu kann man zwar gut allein im See paddeln, aber wenn man auf Flüssen unterwegs ist und dabei hin-und-wieder auch mal einen grösseren oder kleineren «Wasserfall» (Rapid) der Schwierigkeitsstufe I bis IV hinunter muss, dann möchte man das nicht wirklich allein machen. Kann man auch nicht, denn es braucht dazu jeweils einen vorne im Kanu, der «zieht» (der paddelt als gäbe es kein Morgen) und einen hinten im Kanu der «lenkt» – und zwar nicht nur um die Felsen herum, sondern vor allem genau mitten in die weissen Wellen, wo das Wasser die grösste Geschwindigkeit hat, denn da kommt nicht nur das Wasser gut durch, sondern (hoffentlich) auch das Kanu!

Man liest und versteht: es braucht dazu unbedingt ein gut eingespieltes Team, Erfahrung und von beiden viel Mut. Falls nicht, gibt es zwei Alternativen vor Ort: entweder das Kanu und sämtliches Gepäck aussen herum nach unten tragen und dann dort wieder einwassern, oder sich die Erfahrung(en) einer Havarie gönnen und möglichst schnell dazulernen – wir hatten uns auf dieser Reise dank Mut & Unwissenheit stets für letzteres entschieden…

Der ulkige Begriff «Kanuwandern» kommt übrigends daher, weil man mitunter auch mal mitten im Fluss auf eine Sandbank auffährt und dann aussteigen und «wandern» muss, bis das Wasser wieder tief genug zum Weiterfahren wird. Dumm war im Sommer 1998 nur, dass dank lang anhaltender Trockenheit der Wasserpegel in dieser Region um 15cm unter dem Rekord-Tiefstand lag und wir wirklich viel und oft mit dem Kanu wandern anstatt fahren mussten, was notabene die Passagen durch die vielen Rapids auch nicht leichter machte – ganz im Gegenteil: wir mussten sehr schnell lernen und viel Wasser schlucken…

 

        

 

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