Roland Bachofer

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Hochzeiten

(23. Juni 2007, Chapelle Leon IX Eguisheim, F)

 

In meiner selbstständigen Berufsphase als freischaffender Fotograf (und danach) konnte ich von Juni 1997 bis September 2007 rund zwei duzend fröhliche Hochzeiten fotografisch begleiten.

In dieser Zeit habe ich die Hochzeitsfotografie immer als extrem bivalent empfunden:

Auf der einen Seite war man als «Unbekannter» in der Hochzeitsgesellschaft sehr willkommen, was sehr angenehm war, wurde überall dazu genommen und es machte Spass inmitten der fröhlichen Runde zu arbeiten.

Auf der anderen Seite war das aber auch sehr anstrengend, weil man (am besten jederzeit) überall gleichzeitig sein musste – also ohne einen definierten Ablauf(plan) und die Erfahrung der bereits «bestandenen» Herausforderungen war das kaum zu schaffen. Dazu kam auch noch die Ausrüstung mit verschiedenen Objektiven, Kameras, Blitz, Filme etc., wovon alles redundant sein musste (schliesslich konnte man es nicht erst proben und bei Bedarf alles einfach nochmals durchspielen) und so war ich immer mit min. zwei Kameras gleichzeitig am Wirbeln und Filme, Ersatzbatterien, Putzutensilien etc. musste ich in einer Fotoweste stets «auf Mann» haben – auch im Hochsommer bei 34°C in der vollen Sonne stehend.

Am schlimmsten war jedoch, dass bei jedem speziellen Moment (z.B. bei der Ringansteckung oder dem ersten Kuss als verheiratetes Paar) ein/e Hobby-Fotograf/in husch seinen/ihren Kopf genau zwischen Linse und Motiv strecken musste… Grrrrrr!!!

Irgendwann hatte ich dann keine Lust mehr auf diesen stressigen Zirkus und habe daher mit den Hochzeitsfotografien aufgehört.

Was mir in dieser Zeit als Hochzeitsfotograf am besten gefallen hatte, waren die ruhigen Momente in schöner Umgebung, vor oder nach der Trauung, als ich für das Hochzeitspaar die gestellten Portrait-Aufnahmen machen konnte – ganz gelassen und ohne Stress; schöne bleibende Erinnerungsfotos für ins Album…

 

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